
BESCHREIBUNG
Die Brems- und Leistungswiderstände ALW dienen zum Abbau elektrischer Leistungsspitzen beim Einsatz elektronischer Drehzahlsteuerungen. Die Aluminium-Lastwiderstände kommen unter anderem bei Frequenzumrichtern sowie in der Aufzugs- und Fördertechnik zum Einsatz.
Ihr hochverdichteter Aufbau leitet die am Widerstandsdraht entstehende Wärme schnell an das Aluminiumgehäuse weiter. Dadurch verbinden die ALW-Leistungswiderstände eine hohe Wärmekapazität mit einer guten Wärmeabfuhr und einer höheren Leistungsdichte gegenüber unverdichteten Elementen.
Zur Auswahl stehen die Bauformen ALW 40, ALW 70, ALW 80 und ALW 90. Unser technischer Vertrieb unterstützt Sie bei der Abstimmung von Widerstandswert, Belastungsprofil und Einbaubedingungen.
Bremswiderstände für Frequenzumrichter, Aufzüge und Fördertechnik
Beim elektrischen Abbremsen eines Antriebs kann generatorische Energie entstehen. Ein passend ausgelegter Bremswiderstand wandelt diese elektrische Energie in Wärme um und gibt sie an die Umgebung ab.
ALW-Bremswiderstände eignen sich für entsprechende Anwendungen im Maschinenbau, in der Elektroindustrie und im Apparatebau. Weitere Einsatzgebiete sind Aufzugsanlagen und Fördertechnik. Maßgeblich für die Auswahl sind die Anforderungen des Frequenzumrichters beziehungsweise der Drehzahlsteuerung sowie die auftretenden Bremszyklen.
TECHNISCHE DATEN
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Spannung | bis 800 V |
| Temperaturwächter | wahlweise bis max. 180 °C |
| Impedanz | 1 – 500 Ohm |
| Hochspannungsfestigkeit | 4000 V |
| Anschlüsse | PTFE-isolierte Litze oder Anschlusskasten |
| Ausführungen | verschiedenen Querschnitten und Längen erhältlich; UL zugelassen |
Aluminium-Leistungswiderstände in vier Bauformen
Die ALW-Baureihe umfasst unterschiedliche Aluminiumprofile, Anschlussausführungen und Befestigungsmöglichkeiten.
| Typ | Aluminiumprofil: Breite × Höhe | Nenn-Dauerleistung laut Prospekt | Anschluss und Befestigung |
|---|---|---|---|
| ALW 40 | 40 × 20 mm | 35, 60 oder 80 W bei 160, 240 beziehungsweise 300 mm Länge | PTFE-isolierte Litzen; direkte Befestigung mit M5-Schrauben |
| ALW 70 | 70 × 42 mm | Max. 100 W je 100 mm Profillänge* | PTFE-isolierte Litzen; Befestigung mit Haltewinkeln |
| ALW 80 | 80 × 20 mm | 125, 140, 200 oder 270 W bei 160, 240, 300 beziehungsweise 400 mm Länge | PTFE-isolierte Litzen; direkte Befestigung mit M5-Schrauben |
| ALW 90 | 90 × 50 mm | Max. 130 W je 100 mm Profillänge* | Anschlusskasten mit PG-Verschraubungen; Befestigung mit Haltewinkeln |
Die genannten Leistungskennwerte für ALW 70 und ALW 90 gelten bei maximal 250 °C Profiltemperatur und maximal 45 °C Umgebungstemperatur. Die zulässige Belastung ist für die jeweilige Einbausituation zu prüfen.
Für ALW 40 und ALW 80 sind auch Montagevarianten zur Hochkantmontage dokumentiert. ALW 90 ist auf Anfrage unter anderem ohne Anschlusskasten mit direkt herausgeführten Litzen erhältlich.
Dauerleistung und Impulsbelastbarkeit richtig berücksichtigen
Die Dauerleistung eines Bremswiderstands beschreibt seine zulässige kontinuierliche Belastung unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen. Kurzzeitige Bremsvorgänge können höhere Leistungen erzeugen. Für diese Impulsbelastung sind zusätzlich die Impulsdauer, die aufgenommene Energie und die Wiederholhäufigkeit entscheidend.
Die zulässige Spitzenleistung eines ALW-Bremswiderstands hängt deshalb von seiner Baugröße und dem Lastspiel ab. Eine hohe kurzzeitige Belastbarkeit darf nicht als dauerhaft verfügbare Leistung angesetzt werden.
Temperaturüberwachung und thermische Absicherung
Je nach ALW-Ausführung ist ein Bimetallprotektor zur Temperaturüberwachung und zum Schutz vor thermischer Überlastung vorgesehen beziehungsweise optional erhältlich. Er wird entsprechend den Anschlussvorgaben in die Freigabekette der Steuerung eingebunden und darf nicht in den Leistungsstromkreis geschaltet werden.
Für ALW 70 und ALW 90 ist auf Anfrage eine thermisch eigensichere Sonderausführung mit spezieller interner Temperatursicherung für Gleichspannungen bis 970 V DC erhältlich. Abhängig von den Anwendungsbedingungen kann dafür eine Reduzierung der maximalen Profiltemperatur erforderlich sein.
Diese interne Temperatursicherung ist von einem Bimetallprotektor zu unterscheiden. Die Bezeichnung „thermisch eigensicher“ beschreibt hier die thermische Absicherung und stellt keine Aussage über Explosionsschutz dar.
Kundenspezifische Mehrfachmodule
Für größere Leistungen können ALW 80 und ALW 90 zu Mehrfachmodulen verschaltet werden. Die Ausführung wird auf Anfrage an die jeweiligen Anforderungen angepasst.
Für ALW 80 beschreibt der Prospekt Module aus zwei oder drei Widerständen mit 300 oder 400 mm Baulänge für einen Dauerleistungsbereich von etwa 400 bis 800 W. Bei ALW-90-Mehrfachmodulen richtet sich die zulässige Belastung nach der Gesamtprofillänge und der konkreten Ausführung.
Montage und Wärmeabfuhr
Die Montage eines Bremswiderstands muss eine ausreichende Wärmeabfuhr ermöglichen. Insbesondere ist die für die jeweilige Bauform erforderliche Luftzirkulation sicherzustellen.
Für ALW 40, ALW 70, ALW 80 und ALW 90 nennt der Prospekt eine maximal zulässige Oberflächentemperatur von 250 °C. Dieser Grenzwert ist von der Umgebungstemperatur und den Temperaturgrenzen benachbarter Bauteile zu unterscheiden.
Bei Umgebungstemperaturen über 45 °C ist die Nenn-Dauerleistung gemäß Prospekt um 2,5 % je zusätzlichem Grad Celsius zu reduzieren. Oberhalb einer Aufstellhöhe von 1.000 m ist eine weitere Leistungsreduzierung von 5 % je 1.000 m zu berücksichtigen. Der dokumentierte Umgebungsbereich reicht von −10 bis +55 °C und die Aufstellhöhe bis 4.000 m.
ALW-Bremswiderstand anfragen
Für die Auslegung benötigen wir möglichst folgende Angaben:
Unser technischer Vertrieb unterstützt Sie bei der Auswahl eines einzelnen Aluminium-Leistungswiderstands oder eines kundenspezifischen Mehrfachmoduls.
Ihre Ansprechpartner

Technischer Vertrieb
EHK – Einschraub-Heizkörper
FLC – Flachheizkörper
RKF – Flachrohrheizkörper
Wie funktioniert ein Bremswiderstand?
Ein Bremswiderstand nimmt elektrische Energie auf und wandelt sie in Wärme um. Bei einem generatorisch bremsenden Antrieb kann diese Energie über die dafür vorgesehene Umrichter- beziehungsweise Bremsschaltung zum Widerstand geführt werden. Der Widerstand ersetzt keine mechanische Halte- oder Sicherheitsbremse.
Wie lässt sich ein ALW-Bremswiderstand berechnen und auslegen?
Für die im Prospekt beschriebene vereinfachte Betrachtung bei Zykluszeiten bis 150 Sekunden ergibt sich die mittlere Leistung aus Impulsleistung × Impulsdauer ÷ Zykluszeit. Dieser Wert allein reicht für die Auswahl nicht aus: Widerstandswert, Impulsbelastbarkeit, thermische Bedingungen und Umrichtervorgaben müssen zusätzlich geprüft werden. Längere Zykluszeiten erfordern eine individuelle Auslegung.
Welche Rolle spielt die Einschaltdauer?
Die relative Einschaltdauer beschreibt den Anteil der Belastungszeit an einem vollständigen Zyklus. Bei gleicher Impulsleistung steigt die mittlere Belastung, wenn die Bremsphase länger dauert oder die Pause kürzer wird. Auch bei gleicher relativer Einschaltdauer können unterschiedliche Impulslängen eine andere thermische Beanspruchung verursachen.
Warum ist der Ohm-Wert eines Bremswiderstands wichtig?
Der Widerstandswert beeinflusst Strom und Leistung während des Bremsvorgangs. Er muss zu den Vorgaben des Frequenzumrichters beziehungsweise Bremschoppers passen. Eine ausreichende Watt-Leistung allein macht einen Widerstand daher nicht zu einem geeigneten Ersatz. Auch Widerstandstoleranz und Impulsbelastbarkeit müssen übereinstimmen.
Worin unterscheiden sich ALW und EPH?
ALW bezeichnet die Aluminium-Lastwiderstände mit den hier beschriebenen Profilbauformen. Stahlplattenfestwiderstände EPH bilden eine eigenständige Produktreihe mit Stahlplatten- beziehungsweise Stahlgitterbauform. Für die Auswahl sind unter anderem Lastspiel, Energieaufnahme, Dauerleistung und Einbauraum entscheidend.